Bärlauch

Waldknoblauch in Naturküche und Volksmedizin

Bärlauch hat wieder Saison. Doch Achtung: beim Sammeln der Blätter wird der Waldknoblauch auch leicht mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstabs verwechselt. Diese drei Pflanzen sind aber äußerst giftig!

Bärlauch (Allium ursinum) auch Waldknoblauch, Wilder Lauch, Waldlauch, Zigeunerlauchkraut, Ramsel oder Hexenzwiebel genannt, wächst im Frühling oft massenhaft in feuchten, humusreichen Laub- und Auwäldern. 
Bärlauch wird schon lange in der Volksmedizin ähnlich wie der Knoblauch eingesetzt. Die frische Pflanze wird vor allem auch als Gewürz verwendet. Er hilft bei Magen-Darmstörungen, wegen der antibakteriellen Wirkung bei Gärungsdyspepsien, aber auch bei Herz- und Kreislaufproblemen, Blutdruckerhöhung und schlechtem Cholesterin-Status. Zudem kann die Waldpflanze Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit beseitigen. Die Heilkraft beruht auf Schwefelverbindungen im Lauchöl (Vinyldisulfid und Vinylpolysulfide), die beim Haltbarmachen des Lauchs leicht verloren gehen.

Vorsicht, gefährliche Verwechslungsgefahr!

Im Frühling wird Bärlauch oft und gern selbst gesammelt. Das ist allerdings risikoreicher als man ahnt, da die Pflanze giftige Doppelgänger wie das Maiglöckchen oder die Herbstzeitlose hat.

Die Beliebtheit des Bärlauches verführt viele Menschen dazu, die Köstlichkeit im nächsten Wald selbst zu pflücken. Immer wieder jedoch kommt es zu Vergiftungen durch entfernt ähnlich aussehende Pflanzen, insbesondere das Maiglöckchen (Convallaria majus, Convallariaceae/Asparaginales) und die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale, Colchicaceae/Liliales). Bei diesen Pflanzen fehlt jeder Knoblauchgeruch, und die Ähnlichkeiten sind tatsächlich nur oberflächlich bis nicht vorhanden.

Weiters kamen auch schon Verwechslungen mit dem Aronsstab (Arum maculatum) und mit dem Salamonssiegel (Polygonatum odoratum) vor, allerdings unterscheiden sich diese beiden Giftpflanzen sehr deutlich vom Bärlauch:

Bärlauch

  • Blätter: lanzettlich, am Ende spitz ausgezogen, oberseits glänzend, unterseits matt, jedes ist einzeln gestielt, eine Blattscheide ist nicht zu sehen
  • Blüten: weiß, und strahlenförmig symmetrisch, stehen zu mehreren in einer Scheindolde
  • ganze Pflanze: riecht nach Knoblauch

Maiglöckchen

  • Blätter: bilden (meist) zu zweit einen Stängel, sind oberseits blaugrün, haben eine rote Blattscheide (bodennah, an der Basis des Stängels zu sehen: der Stängel ist dort mit einem rötlichen Blättchen umgeben)
  • Blüten: sind weiß, glockenförmig, riechen süß duftend, sind an einem länglichen Blütenstand (traubig) angeordnet
  • ganze Pflanze: ist stark giftig, ist schwer abzureißen, riecht nicht nach Knoblauch

Herbstzeitlose

  • Blätter: sind dickfleischiger, haben keinen ausgeprägten Mittelnerv, sind ineinander verschachtelt (wie Porree), werden viel länger – hängen aber erst viel später über
  • Blüten: sind krokus-artig, erscheinen erst im Herbst
  • ganze Pflanze: ist stark giftig,
  • kommt vorwiegend auf Wiesen vor

Aronstab

  • Blätter: besitzen einen pfeilförmigen Blattgrund, haben auch Blattnerven, die vom Mittelnerv nach außen gehen (Bärlauch hat ausschließlich Längsnerven)
  • ganze Pflanze: ist giftig, mischt sich besonders gerne im Wiener Wald unter die Bärlauchbestände

Salomonssiegel

  • Blätter: stehen in Stockwerken, d.h. mehrere Blätter sind wechselständig an einem Stängel angeordnet, haben mehrere (etwa gleichwertige) Längsnerven
  • ganze Pflanze: ist giftig,
  • mischt sich im Wiener Raum besonders in Auen unter die Bärlauchbestände
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