COPD

Mehr als 300.000 Personen in Österreich, das sind 4% der Männer und 4,4% der Frauen, leiden an chronischer Bronchitis, COPD oder Emphysem.* Wird COPD rechtzeitig erkannt und behandelt, können auch Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen erhöht werden.

Was ist COPD?

COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist eine chronische, obstruktive Lungenerkrankung, die sich durch die sogenannten „AHA-Symptome“ äußert: Atemnot bei Belastung, Husten, vermehrter Auswurf sind typische Anzeichen für die bislang nicht heilbare Krankheit. Da Rauchen die Hauptursache für COPD darstellt, wird die Krankheit oft auch als „Raucherlunge“ bezeichnet.

Eingeteilt wird der Erkrankungsgrad in fünf Stadien, welche in einem Lungenfunktionstest ermittelt werden:

  • In Stadium 0 (Vorstadium) ist die Lungenfunktion ist noch nicht beeinträchtigt. Die Patienten gehören zur Risikogruppe und leiden an chronischer Bronchitis mit Husten und Auswurf.
  • Bei Stadium 1 (leicht) liegt die Lungenfunktion bei mindestens 80%. Da die Symptome noch schwach ausgeprägt sind, bemerken viele Patienten häufig noch gar nichts von einer Erkrankung.
  • Patienten in Stadium 2 (mittel) haben bereits eine geminderte Lungenfunktion von bis zu 50%. Die Symptome nehmen deutlich zu, Menschen mit einem bewegungsarmen Lebensstil erkennen diese aber oft noch immer nicht als dauerhafte Krankheit.
  • Bei Betroffenen in Stadium 3 (schwer) zeigt der Lungenfunktionstest nur mehr Ergebnisse zwischen 30 und 50%. Schon leichte Anstrengungen können Husten und Atemnot auslösen.
  • Bei Stadium 4 (sehr schwer) liegt die Lungenfunktion unter 30%, und die Patienten sind chronisch mit Sauerstoff unterversorgt. Man spricht von einer lebensgefährlichen Erkrankung im Endstadium.

Diagnose, Ursachen und Behandlung der COPD

Festgestellt wird eine COPD-Erkrankung durch einen Lungenfunktionstest beim Lungenfacharzt. Dieser zeigt die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Lunge an.
Die Hauptursache für COPD ist das Rauchen. Etwa 15 bis 20% der Raucher leiden an verminderter Atemleistung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu COPD führt. Wird die Krankheit diagnostiziert, ist es meistens zu spät für eine Heilung und es können nur noch lindernde Maßnahmen ergriffen werden.
Aber auch genetische Veranlagung, Umweltverschmutzung, Belastung durch Chemikalien am Arbeitsplatz oder virale Lungenentzündungen im Kindesalter können zur Entstehung der chronischen Lungenkrankheit führen oder beitragen.
Die Lebenserwartung von COPD-Patienten liegt fünf bis sieben Jahre unter dem Durchschnitt. Mit der richtigen Behandlung lässt sich das Fortschreiten von COPD aber verlangsamen oder sogar aufhalten. Die wichtigste Maßnahme ist ein sofortiger Rauchstopp und die Vermeidung des Passivrauchens.

Behandelt wird COPD vor allem mit inhalierbaren Medikamenten, die Entzündungen in den Atemorganen stoppen, Schleimhautschwellungen reduzieren und die Bronchien weiten. Atemübungen und -techniken helfen, Atemnotattacken schnell zu bessern. In fortgeschrittenem Stadium ist oft eine Sauerstofftherapie notwendig, um die Lunge besser mit Sauerstoff versorgen zu können. Hier kommt meist ein elektrischer Sauerstoffkonzentrator zum Einsatz, der den Patienten über eine Nasenbrille oder eine Nasenmaske mindestens über 16 Stunden täglich mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt.

Medizinischer Sauerstoff ist für die betroffenen Patienten auch in ausgewählten Apotheken erhältlich. Österreichweit haben derzeit 34 Apotheken Sauerstofftankstellen eingerichtet, wo die mobilen Tanks kostenlos aufgeladen werden können. Vier weitere Standorte kommen demnächst dazu.

Weiterführende Links zum Thema:
Österreichs Gesundheitsportal
Österreichische Lungenunion
Buchtipp: Wolfgang Bankowsky über sein Leben mit und seinen täglichen Kampf gegen COPD: „Der schnaubende Wolf


*Quelle: Statistik Austria, Chronische Krankheiten und Gesundheitsprobleme 2014

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