Erreger: Corynebacterium diphtheriae, vier Typen; entscheidend ist nicht das Bakterium, sondern das Toxin (Giftstoff), das es produziert.

Infektionsquelle: Sekrete von Nase, Rachen, Haut, Auge, Wunden.

Übertragung: direkter Kontakt mit Bazillenträger oder Erkranktem, indirekt durch verseuchte Gegenstände.

Inkubationszeit: 2-5 Tage

Krankheitsbild:
kann von einer lokalen Infektion (Nase, Rachen, Kehlkopfdiphtherie) über eine Infektion der Atemwege bis zu einer schweren toxischen Form (Herzmuskel-Nieren-Leberschäden) variieren.

Eine Diphtherieerkrankung ist meldepflichtig!

Behandlung: Diphtherie-Antiserum vom Pferd, Antibiotika.

Verbreitung und Bedeutung: Außerhalb der westlichen Industrienationen ist Diphtherie nach wie vor eine weit verbreitete Infektionskrankheit.
In vielen tropischen und subtropischen Entwicklungsländern ist nach wie vor mit erhöhter Infektionsgefahr zu rechnen. Diphtherie ist nicht ausrottbar, wir Menschen sind gleichzeitig das Reservoir für den Erreger und können diesen auch ohne Symptome im Nasen-Rachenraum beherbergen („Trägerstatus“).

Gratiskinderimpfprogramm.
Im Rahmen der 6-fach Impfung wird die Diphtherieimpfung nach dem 2+1 Schema im 3., 5. und 12. (-14.) Lebensmonat geimpft. Im Schulkindalter wird die Kombinationsimpfung Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio im 7. (-9.) Lebensjahr wiederholt.

Erwachsenenimpfung:
Ab dem 19. Lebensjahr soll bis zum 60. Lebensjahr eine Auffrischungsimpfung mit reduzierter Diphtheriekomponente (dip) als Kombinationsimpfstoff mit Tetanus (TET), Pertussis (PEA) und Polio (IPV) alle 10 Jahre, > 60 Jahre alle 5 Jahre erfolgen.

Indikations-/Reiseimpfung:
Unabhängig von einer Reise (aber insbesondere bei Reisen in Endemiezonen) soll eine Auffrischung (alle 10 Jahre, bzw. 5 Jahre nach dem 60. Lebensjahr) mit einem Kombinationsimpfstoff dip-TETPEA-IPV erfolgen.

Impfschema:
Grundimmunisierung im Säuglingsalter: 2+1 Schema: 0/2 Monate, 6/9 Monate nach 2. Impfung.
Auffrischung: alle 10 Jahre, bei Impfabstand >20 Jahre: 2 Impfungen im Abstand von 1-2 Monaten.
Indikationen:
Alle Personen sollen gegen Diphtherie, in Kombination mit Tetanus, Pertussis und Polio geimpft sein.
Besonders wichtig ist der Impfschutz für
Medizinisches Personal, welches Kontakt mit Infizierten haben kann,
Personen mit häufigen Publikumskontakten,
Flüchtlinge, Asylanten, Immigranten aus Gebieten mit hohem Diphtherie-Risiko,
Personal der Grenzkontrollinstitutionen, diplomatisches Personal.
Nach einer Grundimmunisierung im Säuglingsalter und einer Auffrischung im Schulalter sollen regelmäßige Auffrischungsimpfungen in 10 Jahresintervallen (5 Jahre nach dem 60. Lebensjahr) erfolgen. Bei Versäumnis und einem Impfabstand bis zu 20 Jahren wird die Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt, bei längerem Impfabstand mittels 2 Dosen im Abstand von 1-2 Monaten.

Diphtherie kommt nach wie vor in manchen Regionen endemisch vor (wie z.B.: Afrika, Südamerika, Asien, Albanien, einigen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion) und es sterben auch heute noch 5-20% der Erkrankten. In den 90er Jahren gab es in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion einen großen Ausbruch der Diphtherie mit über 150.000 Fällen und mit Tausenden Toten. Diese schwere Infektionserkrankung kann jederzeit nach Österreich importiert werden.

(Erstellung: 11/2014)

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