Frauenmantel

Das Frauenmantelkraut, eine Pflanze aus der Familie der Rosengewächse, hilft bei vielen Frauenleiden wie Menstruations- oder Wechselbeschwerden und wirkt unterstützend bei unspezifischen Durchfällen. Es kommt aber auch äußerlich als Gurgelwasser bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei Ekzemen, Hautausschlägen, Geschwüren und für Sitzbäder bei Unterleibserkrankungen zum Einsatz.

Seinen Namen verdankt die Arzneipflanze vermutlich der besonderen Form ihrer Blätter und deren außerordentlicher Eigenschaft zur Tropfenbildung an den Blatträndern. Die nierenförmigen Blätter haben 7-9 Lappen und erinnern an einen Mantel. Der Blattrand ist grob gezähnt, die Blätter mancher Arten glänzen aufgrund starker Behaarung auch weißsilbrig.
Das Frauenmantelkraut („Alchemillae herba“) ist eine mehrjährige Pflanze, die 40 bis 50 cm hoch wächst und von Mai bis September blüht. Die Blüten des Frauenmantels sind gelblich grün und in dichten Blütenständen angeordnet, welche mehrere lockere Blütenrispen enthalten Die einzelnen Frauenmantelblüten sind nur wenige Millimeter breit. Im September bilden sich aus den Blüten kleine unscheinbare Nussfrüchte.

Stammpflanze: Alchemilla vulgaris L. sensu latiore (Gemeiner Frauenmantel), Rosaceae.
Inhaltsstoffe: 6-8 % Gerbstoffe (Gallotannine und Elagitannine), Flavonoide

Verwendung seit Hunderten von Jahren

Bereits im frühen Mittelalter zählte der Frauenmantel zu einer sehr geschätzten Heilpflanze. Als Arzneidroge wurden und werden die oberirdischen Pflanzenteile verwendet. Schon Hildegard von Bingen setzte das Kraut vorzugsweise bei typischen Frauenleiden ein. Paracelsus dagegen verwendete es für die Wundheilung und gegen Entzündungen. Die entzündungshemmende Wirkung verdankt der Frauenmantel dem hohen Anteil an Gerbstoffen, welche in der Pflanze enthalten sind.

Tee aus Frauenmantelkraut

Frauenmantel ist sowohl als Einzeldroge erhältlich als auch Bestandteil von Teemischungen („Frauentee“). Für die Teezubereitung übergießt man 1-2 Gramm mit heißem Wasser und lässt das Kraut ca. 10 Minuten lang ziehen. Man kann Frauenmantelkraut aber auch mit kaltem Wasser ansetzen und lässt es mehrere Stunden bei Raumtemperatur stehen. Es wird empfohlen, 2-3 Tassen zwischen den Mahlzeiten zu trinken.

Mystische Tautropfen

Im Mittelalter löste die besondere Eigenschaft des Frauenmantels, an den Blättern Wassertropfen bilden zu können, Erstaunen unter den Wissenschaftern aus. Sie sahen diese Tautropfen als „himmlisches Wasser“ an und nutzten sie bei ihren Versuchen, den Stein der Weisen zu finden. Die Pflanze wurde daher auch als „Alchimistenkraut“ bezeichnet.

Quellen und weiterführende Informationen:
Wolfgang Blaschek: Wichtl-Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2016.
http://heilpflanzenwissen.at/pflanzen/frauenmantel/
https://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Frauenmantelkraut.html

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